NEUES AUF SOPHISTICATED


Zusammenfassender Rückblick auf die »etwas ungewöhnliche« K.R.H.-Sonderborg-Vernissage vom 18.02.2012

veröffentlicht am 31.03.2012

Ausgehend von der Aussage eines Besuchers, das Schwarze in Sonderborgs Arbeiten beunruhige ihn, wirke Angst-auslösend, führte der Moderator, Mathias Nolting aus Gröbenzell, geschickt durch das darauf folgende, lebhafte, kontroverse Gespräch über die Wirkungen von Farben und Sonderborg`s Arbeiten.
Die Kunsthistorikerin Dr. Gudrun Szczepanek sowie die anwesenden Künstler Gabi Lockstädt, Max Matthes und Michael Fliegner bereicherten die Diskussion mit spürbarer Kompetenz. Es wurde schlagartig offenbar, was informelle Kunst im einzelnen Menschen auslösen kann. Speziell die Verknüpfungen zur Philosophie, zum Buddhismus oder zum Existentialismus wurden aufgenommen und dann jeweils konstruktivistisch auf das einzelne Subjekt heruntergebrochen.

Insgesamt bestätigt mich diese Diskussion in meiner festen Überzeugung, dass das Informel eine wunderbare Brücke zwischen Kunst, Literatur, klassischer Musik, Philosophie und Psychologie sein kann, sprich: Über die »Hintertüre« die Bedingungen von Mensch-Sein wieder in die Diskussion, aufs Tableau bringt:

Wilhelm Genazino, »Die Liebe zur Einfalt«, S. 138:
»UND LEIDER WEISS ICH AUCH NICHT, WIE DIESE EWIG FLIEHENDE UND DOCH ÜBERALL HERUMLUNGERNDE SEHNSUCHT ZU STILLEN IST.«

Die Ausstellung dauert noch bis zum 30.03.2012 und ist jeweils Do.-So. von 16-20h geöffnet, nun mit geänderter Hängung (mehr Papier-Arbeiten von K.R.H. Sonderborg). Über Ihren (nochmaligen) Besuch in Puchheim/Bhf. würde ich mich sehr freuen, gerne nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Im Anschluss an die Diskussion wurde eine absolut uninformelle Arbeit von Ferdinand Hodler, »Die Lebensmüden« aus dem Jahr 1892 besprochen und (am Faschings-Samstag-Abend) nachgestellt. Gemeinsamkeiten zwischen dem Informel und Hodler finden sich dennoch viele, alleine die Themen "Provokation", "Endlichkeit" oder "Würde" wären abendfüllend.



Herzlich informelle Grüße!
Ralf Dellert

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